Elsa Brändström

Elsa Brändström – Der „Engel von Sibirien“

Am 26. März 2013 wäre die Schwedin Elsa Brändström 125 Jahre alt geworden. Sie starb jedoch bereits mit 60 Jahren und ihr Todestag jährte sich ebenfalls im März 2013 zum 65. Male. Auf Initiative der schwedischen Honorarkonsulin Petra Löschke, versammelten sich im Museum der Stadt Mittweida zahlreiche Freunde Elsa Brändströms zu einer Feierstunde, die unter der Schirmherrschaft des Sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich stand.
Im Anschluß an diese Feier war klar, daß am Ort ihres Wirkens, dem ehemaligen Kinderheim Schloß Neusorge (Zschöppichen/Mittweida) eine Gedenktafel angebracht werden sollte.

Elsa Brändström Denkmal: Feierliche Einweihung am 19. September 2014

Auf dem Sockel des Denkmals steht ein von Elsa Brändström geprägter und heute noch immer gültiger Satz:Lehrt das Kind, im Leben etwas zu wagen“.

DenkmalAus der im März 2013 geborenen Idee wurde ein Denkmal, geschaffen von der Künstlerin Christiana Heidemann und im Wesentlichen finanziert durch die Stadt Mittweida, die EnviaM-Gruppe, Komsa sowie die schwedische Honorarkonsulin für Sachsen und Sachsen Anhalt.
Anläßlich des 90. Jahrestages der Eröffnung des Kinderheimes wurde das Denkmal am 19. September 2014 in Zschöppichen vor dem Schloss Neusorge durch die Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz Christine Clauß feierlich eingeweiht.
Rund 150 Gäste waren an diesen geschichtsträchtigen Ort gekommen, um der Denkmaleinweihung beizuwonen. Darunter auch Mitglieder der Familie Elsa Brändström sowie Staffan Hemra – Stellvertreter  der Schwedischen Botschaft in Deutschland.


Denkmaleinweihung: Bildergalerie

Die schwedische Diplomatentochter Elsa Brändström

Elsa Brändströms Tochter über ihre Mutter: „Kein Engel, sondern eine berufstätige Frau“.

Elsa Brändström verdiente sich die Bezeichnung „Engel von Sibirien“ durch ihre selbstlose und ehrenamtliche Arbeit zur Rettung vorwiegend deutscher Kriegsgefangener des ersten Weltkrieges in Rußland. Zum „Engel von Sachsen“ wurde sie durch das von ihr finanzierte Kurheim für ehemalige Kriegsgefangene in Bad Marienborn und ein Heim für Kriegswaisen und bedürftige Kinder in Zschöppichen (Mittweida).
Dabei ist der von ihr selbst nicht besonders geschätzte Name „Engel“ ein wenig irreführend. Sie war, wie ihre Tochter Britta es später einmal auf den Punkt brachte: „kein Engel, sondern eine berufstätige Frau“.
Sie gehörte zu den Initiatorinnen der „Studienstiftung des deutschen Volkes“, die Kindern ohne das nötige finanzielle Polster Zugang zu Bildung ermöglichen. Nach ihrer Umsiedlung in die USA im Jahre stand sie Flüchtlingen aus Europa mit Tatkraft und Geld zur Seite, um ihnen die Einreise in die USA zu ermöglichen. Zu ihren Freunden zählte auch Albert Einstein. Am Ende des zweiten Weltkrieges suchte sie den notleidenden Kindern in Deutschland zu helfen und wurde zur Begründerin der späteren CARE-Organisation, deren Name vor allem älteren Menschen noch im Zusammenhang mit dem Begriff „CARE-Paket“ in guter Erinnerung ist.
Insgesamt 5mal wurde sie für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Erhalten hat sie ihn nie.